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Unser Organist Gerhard Fleischer hat - man spürt das beim Zuhören -  grosse Freude am Orgelspiel. Die Begleitung der Gemeinde beim Gesang der altehrwürdigen Choräle ist, sofern die Melodien dies zulassen, immer fröhlich, frisch und schwungvoll. Meist singt er die Liedstrophen mit der Gemeinde mit. Manchmal klingt es, als wolle er aus Tönen, Melodien, Akkorden und musikalischen Phrasen ein wuchtiges Klanggebäude bauen,  bzw. den Kathedralen aus Stein ein akustisches Ebenbild gegenübersetzen. Dann hat man das Gefühl, sich an diese Klangsäulen anlehnen zu können und Stütze und Halt in ihnen zu finden.

Aber auch mit dem Neuen Geistlichen Lied (NGL) kann er sich auseinander setzen. Die Begleitung dieser Lieder klingt ebenso frisch, ja mitunter fast ein wenig frech oder verwegen. Man spürt seinem Spiel manchmal auch einen Schuss Ironie oder den Schalk an, der ihn reitet, wenn ihm eine Liedmelodie unterkommt, die seiner Meinung nach nicht gerade von den grössten Komponisten stammt . . . Über die unterschiedlichen Qualitäten von Melodien und Begleitsätzen könnte er dann ewig referieren . . . Die Mailbox des Pfarramtes kann ein Liedlein davon singen . . .

Übrigens, das sollte auch gesagt werden: Er ist bei weitem kein Profi: Höchst selten spielt er nach Noten, vielmehr improvisiert er Eingangs- Zwischen- und Ausgangsspiele meist aus der Situation heraus. Dabei verwendet er melodische Elemente von gerade gesungenen Liedern, die er in unterschiedlichen Lagen, Klangfarben und Stimmen variert und imitiert. Nicht selten hört man bei ihm auch bekannte Melodien aus klassischen symphonischen Werken, oder - manchmal sogar - und dann wieder mit einem Schuss Ironie und Humor - Zitate aus der schillernden Welt der Hitparaden oder Popmusik.

Dass er dabei seine Ziele immer ein wenig höher stellt als seine technischen (Finger-)Fertigkeiten es zulassen, führt dazu, dass ihm ab und zu auch hörbare Fehler passieren, über die er sich dann mächtig ärgern kann.

Sein Spiel ist seiner eigenen Einschätzung gemäss also bei weitem nicht über alle Zweifel erhaben - und sicher für professionelle Musiker eine Zumutung. Aber der Schwung und Elan, seine ansteckende Fröhlichkeit, die seinem Musizieren eigen sind, kommen bei den meisten unserer Gemeindeglieder an, die gerne bereit sind, manchmal ein Auge (oder ein Ohr?) zuzudrücken, wo einmal etwas nicht so perfekt klang, wie es gewollt war.

Verkündigung der frohen Botschaft durch das Mittel der Musik ist ihm ein Herzensanliegen. So ist es kein Zufall, dass er sich nebenbei auch immer wieder mit neuen Texten und Liedern befasst. Dann überrascht er unsere Gemeinden manchmal mit einer zu einem neuen Text selbst geschriebenen Melodie, einer neuen Melodie-Text-zuweisung oder mit textlichen Ergänzungen, zusätzlichen Strophen zu schon vorhandenen Liedern usw.

Ihm schwebt die Gründung einer Gruppe von Laienmusikern vor, die bereit wäre zu musizieren, ohne über grosse musikalische Vorkenntnisse zu verfügen. Das ist durchaus möglich: Sich mit Musikinstrumenten auszudrücken, die keine grosse Übung voraussetzen - z.B. Orff-instrumentarium, Streichpsalter, Panflöten usw. - . Bislang blieb sein Aufruf in unserem Kirchenboten aber ohne Echo. Wer sich dennoch für eine solche Freizeit-Tätigkeit - Musizieren für Musikinteressierte ohne Vorbildung - interessiert oder sonst in musikalischen Belangen eine Frage hat, kann sich gerne bei ihm melden:

Gerhard Fleischer,
Reutlinger Str. 112 B
8404 Winterthur
052 242 83 25
fleischger@yahoo.de